Das SLASH Filmfestival zeigt an 11 Festivaltagen über 60 Produktionen des fantastischen Kinos (gemeint sind vor allem, aber nicht nur: Horror-, Fantasy-, Trick- und Science-Fiction-Filme) im Filmcasino Wien. Das Festival ist als Gesamterlebnis konzipiert: die jeweiligen Vorstellungen werden in das Foyer des Kinos „verlängert“ und täglich ergänzt durch eine Auswahl von Konzerten und DJ-Sets, aber auch Podiumsdiskussionen und Werkstattgesprächen. Abseits vom Hauptfestival finden auch unter dem Jahr Veranstaltungen statt, wie das SLASH x-mas oder das SLASH einhalb in Kooperation mit dem Crossing Europe.
Das gesamte Programm wird demnächst vorgestellt, laufende Updates gibt es auf www.facebook.com/slashfilmfestival, der Ticketverkauf startet am Freitag, den 11. September.

Das SLASH Filmfestival präsentiert jedes Jahr rund 40 Österreichpremieren aktueller Genre-Langfilme aus aller Welt und spannt dabei den Bogen vom bunten Animations-Spektakel bis zum körpersaftigen Slasher. Mit diesen Titeln geben wir einen ersten Einblick in die Bandbreite des Festivalprogramms 2026:
Yusuke Iwasaki legt mit seinem preisgekrönten Langfilmdebüt (FIPRESCI-Preis, Berlinale 2026) ANYMART (JP 2026) einen grandiosen Mix aus Horror, absurder Komik und Sozial-Satire hin: In einer ruhigen Ecke von Tokio nimmt der Arbeitsalltag von Sakai, Assistenzmanager eines kleinen Supermarkts, seinen gewohnt öden Lauf. Doch als sich eine anfangs noch subtile Disruption im Laden auszubreiten beginnt, ist Schluss mit der Monotonie im Konsumismus-Mikrokosmos.
Einen zeitgemäß verstörenden und brutalen KI-Albtraum liefert mit Chris Marrs Pilieros APPOFENIACS (US 2026) ein weiteres Langfilmdebüt: Duke ist davon besessen, abscheuliche Deepfake-Videos zu erstellen und auf die Welt loszulassen – ohne sich dabei um die verheerenden Konsequenzen für seine Opfer und das Chaos, das er säht, zu scheren.
Mit JIM QUEEN (FR 2026) sorgten Nicolas Athane und Marco Nguyen für den lustigsten Crowdpleaser der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes: In der Animationskomödie wird das Leben des queeren Fitness-Influencers Jim vom Heterose-Virus aus der Bahn geworfen, das schwule Männer hetero macht. Gemeinsam mit seinem jungen Fan Lucien begibt er sich auf einen surrealen Roadtrip, um sich selbst und die gesamte Community zu retten.
In RECLUSE (US 2026) kehrt Tontechnikerin Joan in das Haus ihrer Kindheit zurück, um sich um ihren bettlägerigen Vater zu kümmern – und wird dort mit den Dämonen der Familienvergangenheit und der sinistren Macht des Anwesens konfrontiert. Drehbuchautor Henry Chaisson (ANTLERS) gelingt mit seinem Langfilm-Regiedebüt ein atmosphärisches Gothic Horror-Glanzstück mit herausragendem Sounddesign.
Ausgelöst durch monströse, die Ernte verwüstende Wildschweine schwelt in einer Kleinstadt im nordöstlichen Frankreich Krieg zwischen Bauern und Jägern. Als der Konflikt eskaliert, schlagen Polizist Fulda und Psychologin Stéphane am Lande auf, um die Ermittlungen aufzunehmen. Mit TOO MANY BEASTS (FR 2026), einem höchst originellen Mix aus Dark Comedy, Polizeikrimi, Mystery-Thriller und Romanze, staubte Sarah Arnold die Auszeichnung als bester europäischer Film bei der Quinzaine des Cinéastes in Cannes ab.
Harte Aufschläge, groteske Komik und durstige Blutegel: In BLOODY TENNIS (DE 2026) von Nikias Chryssos (A PURE PLACE, SLASH 2021) wird Sophie in einer Elite-Tennisakademie aufgenommen und dort nicht nur mit der Brutalität des Leistungssports konfrontiert, sondern auch mit den zunehmend sinistren Vorgängen am Institut. Wie hoch ist der Preis, den sie für ihre Ambition zu zahlen bereit ist?
In Dario Russos starbesetztem, bizarr-komischem Langfilmdebüt THE FOX (AU 2025) wird Nick von seiner Verlobten betrogen. Als ihm eines Nachts eine sprechende Füchsin (mit der Stimme der fabelhaften Olivia Colman) in die Fänge geht, unterbreitet ihm diese im Austausch gegen ihr Leben einen magischen Deal, um seine Beziehung zu retten. Grandiose Tier-Animatronics und Sam Neill in einer seiner letzten (Sprech)Rollen als vulgäre Elster!
Adam Scott strudelt in HOKUM (IE/AE 2026) von Damian McCarthy (ODDITY, SLASH 2024 & CAVEAT, SLASH 2021) in einen Folk-Albtraum: Um die Asche seiner Eltern zu verstreuen, zieht sich Autor Ohm in ein abgelegenes Gasthaus in Irland zurück und wird dort von den Geschichten um eine angeblich spukende Hexe gepackt. Verstörende Visionen und ein schockierendes Ereignis zwingen ihn zur Konfrontation mit den dunklen Abgründen seiner Vergangenheit.
Medium Airi wird in eine Villa im Wald gerufen, um eine Mutter und ihren erwachsenen Sohn von einem störenden Geist zu befreien. Was anfangs nach Routine-Job klingt, entpuppt sich rasch als komplexer Fall – an diesem Gespenst ist etwas faul. Dave Boyle spinnt mit NEVER AFTER DARK (JP 2026) eine smarte und schaurige Haunted House-Variation, deren Herz die außergewöhnliche Verbindung zweier Schwestern bildet.
Marion Le Corroller legt mit deftigem Body Horror ihr beeindruckendes Langfilmdebüt SPECIES (FR/BE 2026) vor: Margot ist Praktikantin in einer der forderndsten Notaufnahmen des Landes und schafft es kaum, in diesem ultrastressigen Umfeld mitzuhalten. Als sie mit mehreren Patient:innen in ihrem Alter konfrontiert wird, die ungewöhnliche Symptome zeigen, beginnen sich plötzlich auch an ihrem Körper verstörende Veränderungen abzuzeichnen.
Mit YOU ARE THE FILM (JP 2026) liefert Makoto Ueda, Drehbuchautor der SLASH-Publikumslieblinge RIVER (SLASH 2023) und BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES (SLASH 2021), sein Regiedebüt: Makoda lebt in Tokio, Kazuma in der benachbarten Stadt Sangenjaya. Beide gehen ins Kino und sehen auf der Leinwand jeweils das Leben des anderen. In dieser unmöglichen Konstellation beginnen sie über die Filme zu kommunizieren und auf die „Handlung“ einzuwirken, was sie unweigerlich ins Chaos stürzt. Fans von Uedas surreal-spaßigen Hirn-Twistern werden auch hier verzückt sein!
Die SLASH-Retrospektive 2026 begibt sich dieses Jahr auf ungesichertes Terrain und spürt der nordamerikanischen Grindhouse Cinema-Kultur nach. Diese blühte ab den frühen 1960ern insbesondere in New York City (42nd Street) auf: Abseits offizieller oder rechtlicher Regelungen wurde in den sogenannten Grindhouses unabhängiges Exploitationkino präsentiert – Projektionsfläche für unterdrückte Lüste und verbotene Gefühle, häufig jenseits aller Geschmacksgrenzen. Die heurige Retrospektive möchte den Geist dieser Kinokultur wiederbeschwören und in einen Dialog setzen mit zeitgenössischer Sensibilität.
Gezeigt werden 16 Arbeiten, nach Möglichkeit präsentiert auf 35-mm-Film. Für die gesamte Retrospektive gilt strenges Jugendverbot (18+), einige Vorstellungen können ausschließlich inklusive ihrer filmwissenschaftlichen Einführung besucht werden.
Mit den folgenden sechzehn Titeln ist das Retrospektive-Programm komplett:
TWO THOUSAND MANIACS! (US 1964, R: Herschell Gordon Lewis)
VAPORS (Kurzfilm, US 1965, R: Andy Milligan)
I DRINK YOUR BLOOD (US 1971, R: David E. Durston)
BLACULA (US 1972, R: William Crain)
FLESHPOT ON 42ND STREET (US 1972, R: Andy Milligan)
LOVE ME DEADLY (US 1972, R: Jacques Lacerte)
THE LAST HOUSE ON DEAD END STREET (US 1973, R: Roger Watkins)
ILSA, SHE-WOLF OF THE SS (CA 1975, R: Don Edmonds)
FEMMES DE SADE (US 1976, R: Alex de Renzy)
FIGHT FOR YOUR LIFE (US 1977, R: Robert A. Endelson)
A WOMAN’S TORMENT (US 1977, R: Roberta Findlay)
THE DRILLER KILLER (US 1979, R: Abel Ferrara)
MANIAC (US 1980, R: William Lustig)
BASKET CASE (US 1982, R: Frank Henenlotter)
THE NEW YORK RIPPER (IT 1982, R: Lucio Fulci)
THE DEADLY SPAWN (US 1983, R: Douglas McKeown)

Das diesjährige Festivalsujet stammt erneut aus der Feder von Elias Fleischer, grafisch vollendet durch Martin Klaffensteiner. Inspiriert von John Carpenters Horrorklassiker THE THING und Werken von Francis Bacon spannt Fleischer im visuellen SLASH-Kosmos 2026 einen direkten Bogen vom SLASH 1/2-Sujet zum Motiv des Hauptfestivals: Zu tief und gierig wurde auf der Bohrinsel im arktischen Eis gebohrt, nun ist der schwarze Schlund geöffnet und verschlingt alles, was nicht bei drei beim SLASH ist.
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