
Das Montreux Jazz Festival wird 60 und feiert dieses Jubiläum vom 3. bis 18. Juli 2026 mit einem ebenso vielseitigen wie generationenübergreifenden Programm. Nach zwei Jahren unter freiem Himmel kehrt das Festival zurück in seine ikonischen Spielstätten, das Stravinski Auditorium und das Montreux Jazz Lab, eingebettet in ein neu gestaltetes Kongresszentrum.
Zwischen diesen beiden Bühnen entfaltet sich ein Line-up, das mühelos Kontinente, Genres und Generationen verbindet. Newcomer treffen auf globale Popstars, Jazzlegenden auf prägende Figuren aus Rock und Hip-Hop. Ergänzt wird das Programm durch eigens entwickelte Projekte sowie Referenzen an die eigene Festivalgeschichte. Tickets sind ab sofort auf der offiziellen Website erhältlich!

Zum 60. Geburtstag besinnt sich das Festival auf seine DNA: intime Konzertmomente, herausragende Akustik und die besondere Nähe zwischen Künstler:innen und Publikum. Gleichzeitig bleiben die Entwicklungen der letzten Jahre sichtbar. Die erweiterte Festivalfläche entlang der Seepromenade bleibt bestehen und schafft Raum für Gastronomie, Begegnung und kostenlose Bühnen. Auch visuell setzt die Jubiläumsausgabe ein starkes Zeichen: Das Artwork stammt vom Schweizer Designer Kévin Germanier. Inhaltlich stehen maßgeschneiderte Shows, einmalige Kollaborationen und Abende mit besonderer Symbolkraft im Mittelpunkt.
Den Auftakt im Stravinski Auditorium gestaltet RAYE mit einer exklusiv für Montreux entwickelten Show inklusive Special Guests. Das in Zusammenarbeit mit Audemars Piguet entstandene Projekt verwandelt den Raum in ein völlig neues Bühnenkonzept. Im Montreux Jazz Lab eröffnet Eddy de Pretto mit der Premiere von „Lonely Club“, einer Verbindung aus Musik und zeitgenössischem Tanz. Den Abschluss bildet Cerrone mit seinem orchestralen Projekt „Disco Symphonic“.

Eine angemessene Extravaganz: Das Montreux Jazz Festival schmückt sich zur Feier seiner 60. Ausgabe mit einer Haute-Couture-Kreation. Kévin Germanier entwarf als erster Modedesigner ein Plakat für das Festival. Der aus dem Wallis stammende Künstler lebt heute in Paris und hat sich als eines der vielversprechendsten Talente der internationalen Szene etabliert. Nachdem er Björk, Beyoncé und Lady Gaga eingekleidet hatte, entwarf er zuletzt die Kostüme für die Zeremonien der Olympischen Spiele 2024 in Paris sowie für den Eurovision Song Contests 2025 in Basel.
„Sehr schnell war mir bewusst, dass ich das Plakat sticken und wie eines meiner Haute-Couture-Stücke behandeln wollte. Die Herausforderung bestand darin, die Illusion einer dreidimensionalen Kreation zu erwecken. Sechs Personen haben gleichzeitig gestickt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es ist eine wahre technische Meisterleistung, ein organisiertes Chaos.
„Meine Lieblingsplakate sind diejenigen, die das Festival auf eher abstrakte Weise darstellen. Musik ist nicht nur ein Saxophon oder eine Gitarre – Musik ist ein Gefühl. Ich habe versucht, die Explosion und die Emotion von Körper und Herz wiederzugeben. Ich wollte etwas Grosszügiges, Dynamisches und Lebendiges; sagt Kévin Germanier.
Ein Werk aus 60’000 Perlen und Pailletten
Die strahlende Üppigkeit des Werkes offenbart sich in der Fülle seiner Details. Kévin Germanier hat das Upcycling zu seinem Markenzeichen gemacht: Alle Elemente des Plakats stammen aus früheren Kreationen und wurden somit recycelt. Über 60’000 Pailletten und Perlen aus Glas, Holz und Kunststoff wurden sorgfältig auf einen Samtstoff gestickt. Auch Wolle und sogar Teile von Elektrorohren sind zu erkennen. Die Farbexplosion erscheint umso intensiver, da sie sich vom absolut schwarzen Hintergrund abhebt.
Die Inspiration von Jean Tinguely
Für die Inspiration hörte Kévin Germanier viel Musik. Zudem beschäftigte er sich mit den historischen Plakaten des Festivals, denn sein Ziel war es, sich in das Erbe einzufügen und gleichzeitig seine eigene Signatur zu hinterlassen. Daraus entwickelte er Präferenzen in Bezug auf die Farbgestaltung und er fertigte erste Skizzen mit Stiften an. Das Plakat von Jean Tinguely hat ihn besonders inspiriert: Hier finden sich die Farben, der schwarze Hintergrund sowie das Motiv der Feder wieder.
Das Stravinski bleibt das Herzstück des Festivals und wird einmal mehr zum Treffpunkt der internationalen Poplandschaft. Künstler:innen aus Johannesburg, Skandinavien, den USA, Großbritannien und Spanien bringen ihre Sounds an den Genfersee. Mit dabei sind unter anderem PinkPantheress und Zara Larsson, die mit „Stateside“ derzeit weltweit die Charts prägen. Auch Tyla, die mit „Water“ Amapiano global etabliert hat, sowie Conan Gray und Lewis Capaldi gehören zum Line-up. Hinzu kommen prägende Figuren der Popgeschichte: Moby gibt sein Montreux-Debüt, Nick Cave & The Bad Seeds bringen ihre unverwechselbare Intensität auf die Bühne, und Jovanotti steht für Jahrzehnte musikalischer Grenzüberschreitung.
Ein besonderes Highlight: The Isley Brothers, deren Einfluss von den Beatles bis zu Kendrick Lamar reicht, treten erstmals in Montreux auf. Ergänzt wird das Programm von The Roots mit ihrem jazzinspirierten Hip-Hop. Auch Groove steht im Fokus: Vulfpeck treffen auf Loyle Carner, während GIVĒON und John Legendzwei Generationen moderner Crooner zusammenbringen. Den Abschluss am 18. Juli bestreiten zwei Ikonen: Van Morrison und James Taylor.
Das Montreux Jazz Lab bleibt der Ort für künstlerische Risiken und neue Formate. Neben internationalen Acts wie Agnes Obel, Selah Sue und Dermot Kennedy setzt das Programm verstärkt auf genreübergreifende Ansätze. Zwei besondere Jazzabende verwandeln das Lab in einen Club: Marcus Miller würdigt das 100. Jubiläum von Miles Davis, während Charles Lloyd seine eigene Montreux-Geschichte reflektiert. Ergänzt wird das Programm durch Gregory Porter. Elektronische Musik, globaler Pop und frankophoner Rap runden das Bild ab – von Hyperpop bis Reggaeton, von Indie bis Soul.
Mit der Rückkehr ins modernisierte Kongresszentrum gewinnt das Festival nicht nur an Komfort, sondern auch an Klarheit. Neue Zugänge, größere Terrassen und eine optimierte Wegeführung sorgen für ein offeneres, lebendigeres Besuchserlebnis. Gleichzeitig bleibt die erweiterte Festivalroute entlang des Sees bestehen. Neue Spielstätten, darunter ein neu konzipierter Club für elektronische Musik sowie ein sommerlicher Treffpunkt im Parc Vernex, werden demnächst mit der Ankündigung des kostenlosen Programms vorgestellt.
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