PREISTRÄGER/INNEN DES 28. OLDENBURG FILMFESTIVALS 2021

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PREISTRÄGER/INNEN DES 28. OLDENBURG FILMFESTIVALS 2021


Das Internationale Filmfest Oldenburg beschloss seine 28. Edition am Sonntag mit der Weltpremiere von Paul Spurriers „The Maestro“, der auch mit dem Spirit of Cinema Award geehrt wurde. Den Hauptpreis räumte „Anchorage“ von Scott Monahan und Dakota Loesch ab. Vom 15. bis 19. September 2021 wurde die Stadt wieder zum Zentrum der internationalen Independent Film Szene und lud zu einer Reise durch das junge, unabhängige Kino ein. Ambitionierte und risikofreudige Independentfilme und viele Erstlingswerke machten das als »europäisches Sundance« gepriesene Internationale Filmfest Oldenburg auch in diesem Jahr wieder zu einem kreativen und lebendigen Ort für alle anwesenden Filmschaffenden.

Die Festival-BesucherInnen konnten in den Oldenburger Lichtspielhäusern und in den virtuellen Filmfest-Kinos, getreu dem Festivaltrailer The Oltrix, in neue Welten eintauchen. Kultur und Kino gemeinsam zu erleben war dabei ein zentrales Anliegen für das Festival, das mit seinem Motto „Fast and Furious – Back to Culture“ auf die Bedeutung des Kinos hinwies.

Im Programm lief mit dem Film «The Maestro» von Paul Spurrier nach Angaben der Veranstalter unter anderem eine Weltpremiere und wird als „Mr. Holland’s Opus meets the Texas Chainsaw Massacre“ beschrieben, der vollständig in Thailand unter strengen Sperrbedingungen gedreht wurde. Dieser filmische Beitrag wurde mit dem «Spirit of Cinema Award» ausgezeichnet – am Abend gab es hierzu noch ein begleitendes Klassikkonzert.

„Anchorage“ überzeugt dank Stil und Schauspielern

Eine böse Version des Amerikanischen Traums ist der Film „Anchorage“, der auf dem 28. Oldenburger Filmfest seine Internationale Premiere feierte.

Der Film spielt vor dem sehr realen Hintergrund der grassierenden Opioid-Abhängigkeit in Amerika. Jacob und John, beide ständig drauf – ihr Auto gleicht einem Füllhorn an Suchtmitteln in flüssiger und fester Form, zum Rauchen, Schnupfen, Schlucken und Inhalieren – wollen eben von diesem neuesten Trend auf dem Suchtmittelmarkt profitieren. Und statt die Drogen zu billig in Kalifornien zu verscherbeln – ein Staat, in dem es die Hollywood-Reichen sowieso viel zu einfach haben, an die begehrten blauen Pillen zu kommen – setzen sie auf das vom Rest der USA abgeschnittene Alaska. Diese Rechnung stellt John in einem beeindruckenden Monolog in den Tiefen eines verlassenen Swimmingpools auf, erstaunlich klar trotz oder gerade wegen der verschiedenen Substanzen, die seinen Körper durchströmen. Hinter der teils spielerischen, teils überdrehten Leichtigkeit drängt eine Schwere hervor, die Protagonisten wie auch Zuschauer*innen einfängt und vor sich hertreibt.

„Anchorage“-Regisseur Scott Monahan freut sich über den Hauptpreis (Foto © Filmfest Oldenburg)

Dakota Loesch, der auch die Hauptrolle im Film spielt, erhielt zudem den Seymour Cassel Award für die beste Darstellung. In dieser Kategorie wurde zudem Eaindra Kyaw Zin für ihre schauspielerische Leistung in „What happened to the Wolf?“ gewürdigt.

Spielen in dem Film „Anchorage“ die beiden Hauptrollen: Dakota Loesch (links) und Scott Monahan.
Fotocredit © Michael Diederich

Ehrungen und Preise

Mit Ovidio G. Assonitis, dem die diesjährige Retrospektive galt, ist es dem Filmfest gelungen, eine ebenso charmante wie faszinierende Persönlichkeit des Europäischen Kinos nach Oldenburg zu bringen. Das Tribute erhielt die einzige weibliche Regisseurin aus Laos Mattie Do, die mit ihren drei Genrefilmen bereits als eine visionäre und aufregende neue Energie im Kino gefeiert wird.

Die Kurzfilmjury, bestehend aus dem Drehbuchautor und Dozent David Martin, Leiterin des Horst-Janssen-Museums Jutta Moster-Hoos und Kuratorin Renee Warren, vergab den German Independence Award für den Besten Kurzfilm an „WALL #4“ von Lucas Camps.

Das Advisory Board ehrte zudem den Film FAGGOTS von Dominik Krawiecki und Patrycja Planik mit dem Audacity Award.

Audacity Award: FAGGOTS (Dominik Krawiecki und Patrycja Planik)

Mit über 7000 Zuschauern und einer fast 90-prozentigen Auslastung bei verminderten Platzkapazitäten zieht die Veranstaltung ein positives Fazit und einen gelungenen Weg „Back to Culture in Cinemas“. Neben Vorführungen in den Partnerkinos bot das Filmfest Oldenburg auch eine virtuelle Schiene an.

Wegen der Corona-Pandemie hatte schon für die Eröffnungsgala die 3G-Regel gegolten – alle mussten geimpft oder genesen sein oder einen negativen PCR-Test vorweisen. Auch während des Festivals gab es Corona-Schutzmaßnahmen, so waren die Plätze in den Kinos begrenzt. Die Macher bilanzierten: «Wir feiern den Erfolg, das Zusammentreffen der internationalen Kulturszene wieder ermöglicht haben zu können. Dies unter Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen und in Anwesenheit internationaler Filmschaffender zu tun, ist etwas Besonderes gewesen auf dem Weg zurück in die Normalität.»

www.filmfest-oldenburg.de

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