Luvcat zieht die Zuhörer noch tiefer hinein in ihre Welt aus dunklem Glamour, morbider Romantik und bittersüßen Abgründen. Mit „Lovebites“ veröffentlicht die gefeierte Songwriterin eine düstere, bissige EP voller Murder Ballads und Liebesgeschichten mit Vampir-Attitüde. Das Werk wirkt wie die finstere Schwester ihres gefeierten Debütalbums, das inzwischen mehr als 120 Millionen Streams gesammelt hat. Statt dessen Universum einfach fortzuführen, erweitert Luvcat es um neue Schattenseiten und verleiht ihm eine deutlich bedrohlichere Schärfe.
Im Zentrum der Veröffentlichung steht „Silent Killer“, ein ausufernder, fast filmischer Song zwischen Schönheit und Unbehagen. Getragen von opulenten Streicherarrangements entfaltet sich eine verdrehte Liebesgeschichte, die zugleich verführerisch und verstörend wirkt. Bereits im vergangenen Monat erschien mit „Vampire At The Beach“ ein erster Vorbote der EP. Begleitet wurde der Song von einem Video mit deutlichen Sweeney Todd-Anklängen. Die Reaktionen der Presse ließen nicht lange auf sich warten. CLASH beschrieb den Song als „einen blutgetränkten Akt alternativer Pop-Verführung, dessen betörende Bilder von einer unterschwelligen Dunkelheit durchzogen werden“.
Dass Luvcats Songs oft zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, zeigt sich auch auf „Lovebites“. Jede der Murder Ballads greift Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben auf. „Silent Killer“ erzählt von einer beinahe tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung in ihrer ehemaligen Wohnung im Londoner Stadtteil Camberwell. Eine unsichtbare Gefahr, die ihr und ihren Bandkollegen fast das Leben gekostet hätte.
Über die Entstehung des Songs sagt Luvcat: „Ich dachte darüber nach, dass Liebe sehr viel mit Kohlenmonoxid oder schwarzem Schimmel gemeinsam hat. Man sieht sie nicht, aber manchmal vergiftet sie einen langsam und still. Ein unsichtbarer Mörder. Am Ende des Songs gibt es einen Trauermarsch und ein Gedicht: The heavens below and the hell above / the kiss of death and the bite of love. Ich habe die EP Lovebites genannt, sowohl im erotischen als auch im schmerzhaften Sinn.“
Auch auf den übrigen Songs der vier Tracks umfassenden EP bleibt es dunkel. Für „He’s My Man (The Anniversary)“ holt sich Luvcat Unterstützung von Punk-Poet Dr. John Cooper Clarke, der dem rabenschwarzen Duett seine unverwechselbare Stimme leiht. Die neue Version erscheint anlässlich des einjährigen Jubiläums des Songs, der inzwischen mehr als 65 Millionen Streams verzeichnet.
Kennengelernt hatten sich die beiden bei den Northern Music Awards in Liverpool. Schnell stellte sich heraus, dass sie eine gemeinsame Vorliebe für schwarzhumorige Geschichten und das Morbide teilen. Cooper Clarkekommentiert die Zusammenarbeit auf seine ganz eigene Art: „Sie suchten nach einer potenziellen Leiche. Warum ausgerechnet ich?“
Ihren emotionalen Höhepunkt erreicht die EP mit „Electric Chair“. Der abschließende Song ist eine dramatische Beichte, in der die Protagonistin auf dem elektrischen Stuhl sitzt und ihre romantischen Verfehlungen gesteht, während sie zugleich darauf besteht, auf dem legendären Pariser Friedhof Père Lachaise beerdigt zu werden. Dort, wo auch Oscar Wilde, Édith Piaf und Jim Morrison ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Für diesen Song taucht ein weiterer britischer Schwergewicht-Texter auf: Pete Doherty. Über die gemeinsame Zeit auf Tour erzählt Luvcat:
„Wir waren mit Peter unterwegs. Es fühlte sich an wie ein reisender Zirkus. Er ist ein echter Troubadour, ständig irgendwo in Frankreich unterwegs. Er kämpfte sich durch seine Fans, verkaufte Magazine für Bargeld und versteigerte seine Gemälde. Es war pures Chaos. Jeden Abend lagen seine beiden großen Hunde Gladys und Zeus zu meinen Füßen, während ich auf der Bühne stand. Seine kleine Tochter fuhr auf ihrem Roller herum, Peter kam mit Hut auf die Bühne, lehnte sich ans Mikrofon und sang einfach, wonach ihm gerade war.“
Die Idee zur Zusammenarbeit entstand schließlich während eines dieser gemeinsamen Bühnenmomente:
„Er kam plötzlich mit „Tie me to the electric chair in my Italian underwear… just promise me you’ll pay the leccy bill“ um die Ecke. Das hatte etwas unglaublich Charmantes und Spielerisches. Da wusste ich sofort, dass wir ihn unbedingt aufnehmen mussten.“

Seit ihrer explosiven Debütsingle „Matador“ hat sich Luvcat mit ihrer Mischung aus Noir-Glamour, ungefilterter Verletzlichkeit und messerscharfem Witz eine stetig wachsende internationale Fangemeinde aufgebaut. 2025 erschien ihr Debütalbum „Vicious Delicious“, das eine fiebrige und prägende Phase ihres Lebens einfing. Von einer Liebesgeschichte mit einem Zirkusdirektor über lange Nächte in Bars entlang der Seine bis hin zu spontanen Auftritten im Brixton Windmill.
Fotocredit © Barnaby Fairley
Auch auf der Bühne nahm ihre Karriere rasant Fahrt auf. Allein 2025 spielte Luvcat über 100 Konzerte in mehr als 25 Ländern, darunter 31 Festivals. Zu den Highlights zählten Auftritte bei Glastonbury, Reading & Leeds, Radio 1’s Big Weekend und Rock en Seine, wo sie die Hauptbühne vor Chappell Roan eröffnete. Dazu kamen ausverkaufte Headliner-Touren durch Großbritannien, die USA, Europa und sogar Istanbul. Tickets waren innerhalb weniger Minuten vergriffen, während Fans in Leopard-Print, Netzstrümpfen und rotem Lippenstift erschienen und bereits unveröffentlichte Songs auswendig mitsangen, gelernt über inoffizielle YouTube-Live-Mitschnitte. Zu ihren bisherigen Stationen zählen Support-Shows für The Libertines und The Last Dinner Party. Als Nächstes wird Luvcat für die schottischen Rocklegenden The Waterboys eröffnen.
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