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Der 40. TEDDY AWARD – The Queer Film Award at the Berlin International Film Festival ist ein international anerkannter Filmpreis, der im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) vergeben wird und sich gezielt an queere Filme und Filmschaffende richtet. Er zeichnet Werke aller Genres aus, die lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* oder queere Themen aufgreifen und damit zur Sichtbarkeit, Toleranz, Akzeptanz und Gleichstellung in der Gesellschaft beitragen.
Der Teddy Award hat darüber hinaus eine politische Dimension, weil er einen gesellschaftlichen Beitrag zur Gleichberechtigung leistet und sich gegen Diskriminierung richtet.
Der Preis wurde erstmals 1987 verliehen und war damit einer der ersten queeren Filmpreise weltweit. Was als kleines Treffen von queeren Filmschaffenden in einer Berliner Buchhandlung begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer festen Institution im Berlinale‑Programm entwickelt. Die Berlinale erkannte den Teddy Award im Jahr 1992 offiziell als Preis der Festivalreihe an. Seitdem ist er ein jährlicher Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele und hat wesentlich dazu beigetragen, queeres Kino auf internationaler Ebene zu fördern und zu vernetzen.
2026 stand der Teddy Award im Zeichen seines 40‑jährigen Jubiläums. Die Preisverleihung fand am 20. Februar 2026 in der Volksbühne Berlin statt und ehrte erneut Filme und Filmschaffende, die mit ihren Arbeiten queere Perspektiven ins Licht rücken.
Die fünf Mitglieder der internationalen Jury sichten Filme mit queerem Kontext aus allen Sektionen der Berlinale. In jeder Kategorie werden Filme nominiert und je einer gewinnt den TEDDY AWARD für den besten Spielfilm, den besten Dokumentar-/Essayfilm und den besten Kurzfilm. Darüber hinaus vergibt die Jury den Jury Award. Zu den Gewinnern des 40. Teddy Award gehörten im Jahr 2026 in den Hauptkategorien: Best Feature Film für „Iván & Hadoum“ von Ian de la Rosa, Best Documentary Film für „Barbara Forever“ von Brydie O’Connor, Best Short Film für „Taxi Moto“ von Gaël Kamilindi sowie der Jury Award für „Trial of Hein (Der Heimatlose)“ von Kai Stänicke.
Der TEDDY für den besten Spielfilm geht an:
Begründung der Jury:
Ein Film, der uns eine Liebesgeschichte zeigt, deren Grenzen nur von denen definiert werden können, die mutig genug sind, sie einzureißen. Dafür, dass er uns eine Liebesgeschichte zeigt, die soziale und moralische Barrieren überwindet und das Wesen menschlicher Gefühle in einer bewegenden, provokanten und unvergesslichen Geschichte einfängt.
Nominees:
Gugu’s World / Feito Pipa – Allan Deberton
Ivan & Hadoum – Ian de la Rosa
In a Whisper / A voix basse – Leyla Bouzid
Der TEDDY für den besten Dokumentarfilm geht an:
Begründung der Jury:
Diese eindrucksvolle Dokumentation zeichnet die Entwicklung einer visionären Filmemacherin nach, für die ein lesbisches Leben zu führen und dafür eine angemessene Repräsentation zu finden, untrennbar mit ihrer experimentellen Praxis verbunden waren.
Durch die Verknüpfung von Interviews mit Ausschnitten aus ihrem Werk lässt die Filmemacherin Brydie O’Connor das Leben und Vermächtnis von Barbara Hammer lebendig werden. Gleichzeitig führt der Film ihr anhaltendes Engagement fort, ihre Kunst einer neuen Generation von Filmschaffenden zu öffnen.
Nominees:
Barbara Forever – Brydie O’Connor
Two Mountains Weighing Down My Chest – Viv Li
What Will I Become? – Lexie Bean & Logan Rozos
Der TEDDY für den besten Kurzfilm geht an:
Begründung der Jury:
In seinem eigenen Land ist es ihm verboten, die Liebesgeschichte zwischen zwei Männern zu erzählen und so begibt sich ein Filmemacher auf eine transformative Reise, um seine eigene Geschichte zurückzuerobern. Während Realität und Fiktion miteinander verschwimmen, feiert dieser Kurzfilm die grenzenlose Vorstellungskraft des Kinos.
Nominees:
Stallion and a Crystal Ball / Stallion y las bola de cristal – Christian Aviles
Taxi Moto – Gaël Kamilindi
This Suffocating Now – Vika Kirchenbauer
Der TEDDY Jury Award geht an:
Begründung der Jury:
Sich zwischen Gewissheit und Zweifel bewegend, zwischen dem, wer wir sind, und dem, wofür andere uns halten, ist dieses Werk eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der fragilen Natur von Identität und dem schwer greifbaren Terrain der Erinnerung.
Präzise in seiner Vision und selbstbewusst in seiner Erzählweise verweilt der Film als eindringliche Meditation über die anhaltenden Geheimnisse unseres Selbsts.

Die Bühne des TEDDY AWARD bebt vor Applaus, als Céline Sciamma ins Rampenlicht tritt, um die diesjährige Auszeichnung entgegenzunehmen. Von ihrem TEDDY-prämierten Debüt Tomboy über Being 17 bis zu Petite Maman hat sie das queere und feministische Kino mit mutiger Erzählkunst, Empathie und unvergesslichen Figuren geprägt.
Célines Filme beleuchten Sehnsucht, das weibliche Blickfeld und die Kraft menschlicher Verbindungen. Ihre Geschichten bleiben lange nach Abspann im Herzen. Bei der Verleihung gehört die TEDDY-Bühne ihr – ein Moment voller Triumph, Mut und cineastischer Brillanz.
Fotocredit © Benni Gesing
„Ohne die Berliner Community, das Publikum, würde der TEDDY heute so nicht existieren. Ihr wart, seid und bleibt unsere unerlässlichen Verbündeten und Unterstützer*innen. Geschichten im Kino mit dem Publikum zu teilen bleibt unsere zentrale Leidenschaft. Jeder Film birgt das bemerkenswerte Potenzial, im Kino sowohl individuell als auch gemeinschaftlich erlebt zu werden – und dazu anzuregen, weiterzudenken, zu schreiben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Während wir uns durch Zeit und Raum bewegen, um das 40-jährige Jubiläum des TEDDY zu feiern, sprechen wir allen unseren herzlichsten Dank aus, die über die Jahre so viel beigetragen haben.“
Michael Stütz, Co-Direktor Film Programming und Leiter des Panorama
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