40. TEDDY AWARD – DER QUEERE FILMPREIS DER BERLINALE 2026

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40. TEDDY AWARD – DER QUEERE FILMPREIS DER BERLINALE 2026


2026 wird ein ganz besonderes Jahr: Der TEDDY AWARD feiert sein 40. Jubiläum. Im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt der TEDDY vom 12. bis 22. Februar 2026, wie vielfältig, mutig und relevant internationales Queer Cinema ist – mit brandneuen Filmen, der TEDDY40 Retro und einem umfangreichen Diskursprogramm.

Begleitend zur Berlinale präsentiert der TEDDY auf seinen Plattformen Talks, Diskussionen, Panels und Interviews zu aktuellen queeren Filmen sowie zu zentralen Fragen und Entwicklungen der queeren Medienbranche. Ergänzt wird das Programm durch die Filmmarktevents Queer Industry Reception und Speedy Film Pitches.

Am 20. Februar 2026 wird dann der 40. TEDDY AWARD in der Volksbühne Berlin verliehen. Seit vier Jahrzehnten bringt der TEDDY Menschen zusammen, die queere Filmkultur schaffen, zeigen, unterstützen und feiern. Die Preisverleihung beginnt um 20:30 Uhr im Großen Saal und ehrt Filme und Filmschaffende, die queere Perspektiven sichtbar machen und neue filmische Wege eröffnen. Vergeben werden die Preise in den Kategorien Best Feature Film, Best Documentary / Essay Film, Best Short Film, Jury Award und Special TEDDY AWARD. Der Abend steht ganz im Zeichen von Begegnung, Gemeinschaft und Kultur – voller Emotionen, politischer Haltung, Humor, Kunst und vielfältiger queerer Geschichten.

Ab 22:30 Uhr öffnen die Salons und Foyers der Volksbühne für die legendäre TEDDY After Show Party – fester Bestandteil des Abends und der perfekte Ort zum Wiedersehen, Kennenlernen, Tanzen und Zusammenkommen.

Tickets für die Preisverleihung sind ab sofort im Ticketshop der Volksbühne erhältlich.

Bonus: Alle Kauftickets für den Großen Saal nehmen automatisch an der Verlosung eines Hin- und Rückflugs für zwei Personen zu einer frei wählbaren Destination im weltweiten Streckennetz unserer Partnerin Air France teil.

Die Moderation des 40. TEDDY AWARD

Britta Steffenhagen moderiert zum zweiten Mal den TEDDY AWARD!

Die Berlinerin und Ur-Kreuzbergerin bringt echte Kiez-Seele und ihren typischen Berliner Humor auf die Bühne. Sie ist Schauspielerin, Entertainerin, Moderatorin, Stand-up-Comedienne, Kabarettistin, Texterin, Impro-Star, Radiojournalistin – und nebenbei auch Diplom-Politologin.

Fotocredit © Jeanne Degraa

Britta hat unter anderem in Kanada, London und Dublin gelebt und arbeitet spielerisch in allen Facetten auf Deutsch und Englisch. Zu sehen war sie in zahlreichen Film- und Serienproduktionen, darunter Where’s Wanda, Die Liebskümmerer und Ku’damm 77.

Mehr als zehn Jahre stand sie mit der gefeierten Kult-Show Die Rixdorfer Perlen im Heimathafen Neukölln auf der Bühne. Als Moderatorin führte sie unter anderem durch den Europäischen Filmpreis, den TEDDY AWARD und das Filmfestival Achtung Berlin. Für ihre Live-Radioshow bei radioeins wurde sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus zählt sie zu den bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands – unter anderem von Natasha Lyonne, Kerry Condon und Rachel Weisz.

Über Humor sagt Britta:

„Selbstironie hilft zu sehen, wie absurd das Leben ist. Humor macht es leichter, das Dasein auszuhalten.“

Auch dieses Jahr bringt sie wieder Witz, Haltung und Berliner Charme auf die TEDDY-AWARD-Bühne. Willkommen zurück, Britta Steffenhagen!

DER SPECIAL TEDDY AWARD 2026 GEHT AN CÉLINE SCIAMMA

In den vergangenen 40 Jahren haben der TEDDY AWARD und die Berlinale eine tiefe Liebe zu Filmemacher*innen geteilt, die ihr Publikum inspirieren und durch queeres Kino unseren Horizont erweitern. Heute verkünden wir mit immenser Freude die SPECIAL TEDDY AWARD-Preisträgerin 2026: Céline Sciamma!

Sciamma nahm erstmals 2011 mit ihrem TEDDY-prämierten Film Tomboy an der Berlinale teil. Danach kehrte sie als Drehbuchautorin für Being 17 des französischen Meisters André Téchiné zurück sowie erneut als Autorin und Regisseurin ihres Wettbewerbsbeitrags Petite Maman im Jahr 2021. Ihr Film Tomboy wird im Rahmen des TEDDY40 Anniversary Programme während des Festivals gezeigt.

Fotocredit © Panorama

Ihr anhaltender Einfluss und ihr Verdienst als eine der produktivsten und offensten feministischen und queeren Filmemacherinnen des 21. Jahrhunderts sind von großer Bedeutung. Sie entzündet die Leinwand mit einzigartigen Meisterwerken – vom bereits erwähnten Tomboy über Girlhood bis hin zur ultimativen, intensiven Sommersturm-Liebe in Portrait of a Lady on Fire . Der weibliche Blick und das Begehren stehen dabei im Zentrum – in unterschiedlichen Settings, Zeiten und Räumen, jedoch stets verbunden mit einer körperlichen Erfahrung. Sciamma ist nicht nur eine einflussreiche Filmemacherin und Drehbuchautorin, sondern darüber hinaus eine leidenschaftliche Cineastin und ein Mensch mit Mut und Haltung.

Die TEDDY Foundation fühlt sich geehrt, Céline Sciamma mit dem SPECIAL TEDDY 2026 auszuzeichnen!

Die Filme der Sonderreihe TEDDY 40

Das vierzigste TEDDY AWARD Jubiläum wird mit der Berlinale Sonderreihe TEDDY 40, die sechs Kurzfilme und acht Langfilme aus der Geschichte des TEDDY AWARD sowie eine Gesprächsreihe umfasst, gefeiert.

Fotocredit © Berlinale

Hier die Übersicht der Sonderreihe TEDDY 40:

575 Castro Street // USA | Regie Jenni Olson

575 CASTRO STREET beginnt mit folgender Einleitung: „Als sich im Februar 1977 ein Haufen selbsternannter ‚schwuler Hippie-Filmemacher‘ zusammenfand, um ihre Super 8 Kurzfilme auf ein Bettlaken zu projizieren, war das SAN FRANCISCO GAY FILM FESTIVAL geboren. Viele der Filme beschäftigten sich mit schwulen Themen, andere waren einfache Licht und Bewegungsstudien.
Die meisten dieser Filme wurden in Harvey MilkCastro Camera Store in der Castro Street…

Ang Pagdadalaga ni Maximo Oliveros // Philippinen | Regie Auraeus Solito

In diesem Film steht die Reinheit der ersten Liebe der Armut und der Korruption gegenüber, die das Leben in den Slums von Manila prägen. Hier lebt der 12-jährige Maxi. Seine Familie ist arm. Für seine kleinkriminellen Angehörigen räumt er das Haus auf, kocht, wäscht, flickt die zerfetzten Jeans und beschafft notfalls das nötige Alibi, um Geschwister oder den Vater vor der Verhaftung zu bewahren. Dass Maxi schwul ist, wird akzeptiert.

Entropia // Ungarn | Regie Flóra Anna Buda

Drei Frauen, in parallelen Welten, bis zu dem Moment, in dem eine Fliege einen Fehler im System verursacht. Das Universum kollabiert, Sex is in the air, BHs sind überbewertet und die Sterne winken! In dem Animationsfilm Entropia der Ungarin Flóra Anna Buda explodieren Farben und erschließen lustvoll neue Möglichkeiten: Alles Abstrakte erwacht dank der Fliege zum Leben, und Sexualität ist ein Teil davon.
Die Sci-Fi-Serie Black Mirror lässt grüßen, wenngleich die Farben alles viel lebendiger machen.
Eine Hirschkuh am Fluss winkt der ungarischen Animationskünstlerin Réka Bucsi zu, die mit ihren Arbeiten ebenso kreative Strategien der Erzählung im Animationsfilm eröffnet hat. Budas Abschlussfilm steht für eine neue Generation von Animationskünstler*innen aus Ungarn.

Kokomo City // USA | Regie D. Smith

Morgenroutinen und Gespräche im Bett, Gossip und Real Talk. In Begegnungen und Interviews porträtiert D. Smith vier Schwarze trans* Sexarbeiterinnen in New York und Georgia. Ungeschönt und lustvoll erzählen die Protagonistinnen aus ihrem Leben. Dabei entstehen tiefgehende und leidenschaftliche Gespräche über gesellschaftspolitische und soziale Realitäten sowie scharfe Analysen und Reflexionen über Zugehörigkeit und Identität innerhalb der Schwarzen Community und darüber hinaus.

Liebe, Eifersucht und Rache // Deutschland | Regie Michael Brynntrup

Erkundet die beweglichen Bedeutungen von Sprache im Film mithilfe ausgefeilter Telekommunikation; ein akustisch/orales Angebot. Ein skurriler Kurzfilm, präsentiert unter dem (äußerst) augenzwinkernden Deckmantel eines Lehrvideos für nicht deutschsprachige Lernende. Die Handlung spielt in einer schwulen Lederbar, in der ein Mann ein Telefongespräch mit einem als Drag gekleideten Escort teilt, der auf der Suche nach Sex ist.

Mil nubes de paz cercan el cielo, amor, jamás acabarás de ser amor // Mexiko | Regie Julián Hernández

Gerardo, 17 Jahre alt, und sein Freund Bruno haben sich getrennt. Nun irrt Gerardo durch die Straßen von Mexico City und wird von Bildern gequält: Jeder Männerkörper, den er sieht, weckt Erinnerungen an den Geliebten, der ihm in seinen Fantasien wieder nahe ist. Doch weder seine feuchten Träume können seine Leiden lindern, noch sind diese durch Selbstbefriedigung zu beheben. Und auch die kurzen und überraschenden sexuellen Begegnungen, die er mit fremden Männern hat, helfen ihm nicht über den Verlustschmerz hinweg.

Mondial 2010 // Libanon | Regie Roy Dib

Mondial 2010 verhandelt institutionelle Grenzen im heutigen Mittleren Osten. Video wird hier als Mittel eingesetzt, mit dem Grenzen überwunden werden können, die Menschen gegen ihren Willen aufgezwungen wurden. Es ist ein Reisefilm in einer Anordnung, die keine Reisen erlaubt, in dem zwei Liebende auftreten, an einem Ort, an dem Homosexualität als schwere Straftat geahndet wird. Gedreht mit einer kleinen Handkamera bedient sich Mondial 2010 der Ästhetik des Reisevideotagebuchs. Der Film normalisiert das Unormale und schafft dadurch sein eigenes Möglichkeitsuniversum. Er wendet sich von der üblichen passiven Darstellung des Israel-Palästina-Konflikts ab, in der Opfer/Täter stets im Vordergrund der produzierten Bilderwelt stehen. Dieses Video lässt den Konflikt nicht das Bild bestimmen.

The Watermelon Woman // USA | Regie Cheryl Dunye

Als „The Watermelon Woman“ wird eine schöne, schwarze Schauspielerin der 30er Jahre im Nachspann aller Filme aufgeführt, in denen sie mitwirkte. Das Warum fasziniert die junge schwarze Filmemacherin Cheryl (Cheryl Dunye). Sie möchte das Geheimnis um die inzwischen vergessene Fae Richards lüften und hält ihre Entdeckungsreise mit der Kamera fest. Cheryl muss sich, wie die meisten angehenden Filmemacherinnen, mit einem Job über Wasser halten. Sie arbeitet in einer Videothek, wo sie die schöne Diana (Guin Turner aus „GO FISH„) kennen und lieben lernt. Der Film beglückt mit einer der aufregendsten lesbischen Sexszenen der letzten Jahre, die an höchster Stelle, im amerikanischen Kongress, für Aufregung sorgte. THE WATERMELON WOMAN wurde sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen. (Quelle: Salzgeber Medien)

Tomboy // Frankreich | Regie Céline Sciamma

Die zehnjährige Laure hat etwas sehr Jungenhaftes an sich. Vor kurzem ist sie mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Jeanne in eine neue Umgebung gezogen. Nun ist es Sommer, und all die anderen Kinder aus der Nachbarschaft spielen zusammen im Freien – nur Laure ist allein, denn sie kennt hier niemanden unter den Gleichaltrigen.
Doch dann begegnet sie eines Tages Lisa, einem Mädchen, das etwa ebenso alt ist wie sie selbst. Laure lässt ihre neue Bekanntschaft in dem Glauben, dass sie ein Junge sei. Aus Laure wird Mikaël, und nachdem diese „Verwandlung“ geglückt ist, fängt sie an, auch mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft zu spielen. Doch im Laufe der Zeit wird Laures Verhältnis zu Lisa immer enger, was die Zweideutigkeit ihrer Lage immer komplizierter macht.
Céline Sciamma gehört zu den Vertreterinnen einer neuen Filmemachergeneration in Frankreich. „Meine Liebe zum Kino entstand mit dem jungen französischen Kino der 90er Jahre: DesplechinLvovskyRochant … Aber ich bewundere auch Gus Van Sant und Larry Clark sehr für ihre Arbeiten über Jugendliche, und nicht zu vergessen David Lynch“, äußerte sie im August 2007 in einem Interview mit „Cineuropa“.

To Write from Memory // USA | Regie Emory Chao Johnson

Den eigenen Körper abtasten, die Transition beobachten und mit der Kamera dokumentieren. Was als audiovisuelles Tagebuch beginnt, entwickelt sich zur Auseinandersetzung mit der persönlichen Vergangenheit. Es ist nicht einfach, aus dem Kokon auszubrechen, der aus mütterlichen Forderungen und Vorwürfen gesponnen ist. Besonders dann nicht, wenn der Körper als Familienangelegenheit betrachtet wird und für das Bedürfnis nach Autonomie das Verständnis fehlt.

Tunten lügen nicht // Deutschland | Regie Rosa von Praunheim

Vier mutwillige Tunten trafen sich Mitte der 80er Jahre in West-Berlin: Ichgola Androgyn, Bev StroganoV, Tima die Göttliche und Ovo Maltine. Seitdem befruchten sie die deutsche Kulturlandschaft und den Rest der Welt. Rosa von Praunheim hatte das Glück, mit jeder von ihnen in verschiedenen Filmen immer wieder zu arbeiten.
Der Film über diese vier eigenwilligen, mutigen Tunten zeigt einen wichtigen Teil der Berliner Kultur. Ihre Biografien sind so bunt wie Paillettenkleider, zusammengehalten durch den roten Faden des Tuntendaseins. Unzählige Fotos, TV-Materialien, Plakate und Zeitungsartikel werden von ihnen akribisch gesammelt. Alle vier arbeiten, streiten und lieben immer wieder gemeinsam, denn sie verstehen sich als Familie und nur der Tod kann sie trennen

Una Mujer Fantástica // Chile, USA, Deutschland, Spanien | Regie Sebastián Lelio

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. 

Verführung: Die grausame Frau // Deutschland | Regie Elfi Mikesch, Monika Treut

Wanda ist beides, geheimnisvolle Domina und clevere Geschäftsfrau. Ihr Beruf ist es, grausam zu sein – mit der Spezialität, ihre Liebhaber*innen in die Falle namens Verführung zu locken. In ihrer Galerie im Hamburger Hafen inszeniert Wanda sadomasochistische Rituale als bizarre Bühnenshows. Auch in ihrem Privatleben ist Wanda eine souveräne Herrscherin. Der nach Motiven des Romans ›Venus im Pelz‹ von Sacher-Masoch gedrehte Film löste weitreichende Reaktionen aus: Er brachte mit seinen BDSM-Szenen nicht nur den damaligen Bundesinnenminister und den katholischen Filmdienst gegen sich auf. Auch in lesbischen und feministischen Kreisen wurde der Film kontrovers diskutiert – die einen feierten seine subversive Kraft, andere störten sich an der radikalen Zurschaustellung von Sado-Maso-Fantasien. Heute gilt das Werk als avantgardistisch-surrealer Meilenstein und als queerer Selbstausdruck.

Die Berlinale feiert 40 Jahre TEDDY AWARD

In den vergangenen 40 Jahren ist der TEDDY AWARD zu einem festen Bestandteil der Berlinale geworden. Bevor es auf anderen großen Festivals üblich wurde, würdigte der Preis den kulturellen Beitrag queerer Filme und Künstler*innen und schuf so die Grundlage für größere Sichtbarkeit und Teilhabe. Der Einfluss des TEDDY AWARD hat weltweit zur Entstehung zahlreicher queerer Festival-Filmpreise beigetragen und damit eindrücklich gezeigt, welche kulturelle, künstlerische und auch wirtschaftliche Bedeutung queeres Storytelling für Festivals, Kinos und Märkte hat. Was einst als informelles Treffen queerer Festivalmacher*innen in der Buchhandlung Prinz Eisenherz während der Berlinale begann, hat sich zu einem der wichtigsten Ereignisse für das queere Kino entwickelt – und zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für queere Filmschaffende aus aller Welt. Der TEDDY AWARD hat ein beeindruckendes Vermächtnis. Filmschaffende wie Pedro Almodóvar, Todd Haynes, Céline Sciamma, Isaac Julien und Ira Sachs haben durch den Preis bereits früh in ihrer Karriere Anerkennung erhalten.

Das vierzigste Jubiläum wird mit der Sonderreihe TEDDY 40, die sechs Kurzfilme und acht Langfilme aus der Geschichte des TEDDY AWARD sowie eine Gesprächsreihe umfasst, gefeiert.

„Als Panorama 1980 startete, gab es nur wenige queere Filme. Mitbegründer Manfred Salzgeber brachte sie nach Berlin und gab ihnen eine Bühne. Das zog Filmemacher*innen an und schon 1987 war der Anteil starker queerer Filme im Gesamtprogramm hoch genug für einen eigenen Preis, den TEDDY AWARD. Seine Aufgabe: queere Filme in den Fokus einer gleichgültigen Mehrheit rücken, deren Homophobie sich in Marginalisierung ausdrückte. Aber Film lebt von Aufmerksamkeit – und wir erzeugten sie“, sagt Wieland Speck, der von 1992 bis 2017 das Panorama leitete und 1987 den TEDDY mitgründete.

Seit 1992 offiziell als unabhängiger Preis der Berlinale anerkannt, entwickelt sich der TEDDY AWARD kontinuierlich weiter und trägt dazu bei, queeres Kino im internationalen Kontext sichtbarer zu machen. In Zusammenarbeit mit dem European Film MarketBerlinale Talents und verschiedenen intersektionalen Austauschformaten für Regisseur*innen entstehen Jahr für Jahr neue Möglichkeiten für queere Filmschaffende. Zugleich wird die zentrale Rolle des queeren Kinos in der Festivallandschaft weiter gefestigt.

Zum vierzigjährigen Jubiläum präsentiert die Berlinale WILD AT HEART, eine Gesprächsreihe im E-Werk und im silent green, entwickelt in Kooperation mit Poligonal, die die Geschichte des TEDDY AWARD und seine weitreichende Wirkung dokumentieren soll. Über fünf Tage kommen TEDDY‑Preisträger*innen, ehemalige Jury-Mitglieder, Branchenexpert*innen und prägende Wegbegleiter*innen zusammen, um den TEDDY als politischen Raum, als Safer Space und als Ort für Gemeinschaft und Aktivismus zu beleuchten.

Diese Gespräche ergänzen die laufenden Formate der Queer Academy, die auch in diesem Jahr eine Reihe Directors’ Exchanges im Berlinale HUB, die TEDDY Talents Talks in Zusammenarbeit mit Berlinale Talents, das Panel „Queer Creations“ sowie das jährliche Speedy Pitching Event für queere Filmschaffende in Kooperation mit dem European Film Market veranstaltet. Abgerundet wird dieses Programm durch die traditionelle Queer Industry Reception – jene Veranstaltung, die 1987 den Ausgangspunkt für den TEDDY AWARD bildete.

“Ohne die Berliner Community, das Publikum, würde der TEDDY heute so nicht existieren. Ihr wart, seid und bleibt unsere wichtigen Verbündeten und Unterstützer*innen. Die Vermittlung von filmischen Inhalten an das Publikum bleibt unsere zentrale Herzensangelegenheit. Jeder Film hat das großartige Potential individuell und gemeinschaftlich im Kinosaal wahrgenommen und dann in Folge weitergedacht, geschrieben oder gesprochen zu werden. Durch Zeit und Raum bewegen und erinnern wir uns zum vierzigsten Geburtstag des TEDDYs und bedanken uns herzlichst bei allen die über die Jahre so viel geleistet und beigetragen haben,” sagt Michael Stütz, Co-Direktor Film Programming und Leiter des Panorama.

Ein Blick auf vier Jahrzehnte TEDDY AWARD wäre nicht vollständig ohne die Filme, die seine Geschichte geprägt haben. In Zusammenarbeit mit allen Sektionen der Berlinale haben die Kurator*innen ein besonderes Programm aus acht Langfilmen und sechs Kurzfilmen zusammengestellt, die während des Festivals im Zoo Palast und im E‑Werk laufen werden. Die Auswahl umfasst Werke aus der Zeit vor der Entstehung des TEDDY AWARD, ebenso wie jüngere Meilensteine und zeigt, wie stark und organisch das queere Kino über die Jahre Identität und Entwicklung der einzelnen Berlinale‑Sektionen mitgeformt hat.

www.teddyaward.tv

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